Vervollständigung der randlichen Geländekante und Verwallung

Für das neue Wassermanagement ist es erforderlich, dass auch bei Hochwasser das Wasser nur noch gezielt durch die Stauanlagen in das Große Meer einfließen bzw. ablaufen kann. Um dies zu erreichen, ist es erforderlich einige Gewässerverbindungen zu verschließen:

  • Für die Abtrennung des Marscher Tiefs im Bereich der Süderriede gibt es noch zwei verschiedene Optionen: Bei Variante I (Beibehaltung des jetzigen Verlaufs des Marscher Tiefs) wird die vorhandene Verwallung entlang des Tiefs vervollständigt, dabei werden alle bestehenden Verbindungen zum Großen Meer durch Erddämme mit Faschinen verschlossen. Bei Variante II (Verlegung des Marscher Tiefs südlich der Süderriede) wird eine entsprechende Verwallung entlang des neuen Verlaufs angelegt. Die Enden des bisherigen Marscher Tiefs (Altarm) werden verfüllt. Im Bereich der Mündung der Süderriede wird zusätzlich auch die bestehende Verbindung zum Nordteil des Großen Meeres durch einen Erddamm mit Faschinen verschlossen.
  • Für den Bau der Stauanlage Nr. 4 wird die Westerender Ehe wieder über ihr altes Bett mit dem Großen Meer verbunden. Die weiter westlich liegende, zurzeit bestehende Verbindung wird stattdessen verschlossen.
  • Beim Warfsweg in Bedekaspel wird der Bedekaspeler Schifffahrtskanal im Bereich des Parkplatzes verschlossen. Die landwirtschaftlichen Flächen unmittelbar nördlich des Warfswegs, die derzeit noch in das Große Meer entwässern, werden an das Unterschöpfwerksgebiet angeschlossen. Dazu wird der Durchlass Warfsweg verschlossen, der ca. 600 m lange Graben nördlich parallel des Warfswegs wird entsprechend unterhalten und der abgängige Straßendurchlass unter der Kreisstraße K 113 wird erneuert. Hochwasserspitzen des Großen Meeres werden dadurch zukünftig keinen Einfluss mehr auf die Flächen haben und der Wasserstand von NN -1,40 m kann auch im Sommer gehalten werden.
  • Eine bis vor kurzem noch vorhandene, mit Holzspundbohlen und einer Fußgängerbrücke versehene Öffnung im Leitdamm wurde bereits verschlossen und verfüllt. Darüber hinaus sind noch zwei Böschungsrutschungen mit tragfähigem Boden zu füllen.

Das neue Wassermanagement sieht vor, die zeitweise Rückhaltung des Hochwassers auf das Große Meer mit seinen Röhrichten und einige angrenzende Flächen zu beschränken. Durch randliche Geländekanten und Verwallungen wird sichergestellt, dass außerhalb liegende Flächen nicht beeinträchtigt werden. Soweit wie möglich werden dafür bereits vorhandene natürliche Höhenrücken und Geländekanten sowie Erdwälle aus der Gewässerunterhaltung genutzt:

  • Im Norden erfüllt der Leitdamm die Funktion der Verwallung.
  • Im Westen und im Süden sind überwiegend bereits Wälle aus der Gewässerunterhaltung von Marscher Tief und Westerender Ehe vorhanden, die für die Verwallung genutzt werden.
  • Und im Osten steigt das Gelände südlich des Bedekaspeler Schifffahrtskanals in Richtung Blaukirchener Straße an.

Die Geländekante/Verwallung muss eine Höhe von mindestens NN -0,70 m aufweisen. Bei einem geplanten maximalen Stauziel von NN -1,10 m verbleibt so noch eine Sicherheit von 40 cm für Wellenschlag und Windstau. Diese Höhe ist ausreichend, weil das Große Meer bis auf die Nordseite von einem Röhrichtsaum umgeben ist, der den Wellenauflauf stark bremst und somit abschwächt.

Die vorhandenen Höhen wurden daher rund um das Große Meer überprüft. Überall wo die randliche Kante/Verwallung nicht ausreichend hoch oder stabil ist, wird nachgebessert. Das gilt unter anderem

  • für einige Abschnitte entlang des Schilfwegs,
  • für einen Abschnitt am Bedekaspeler Schifffahrtskanal,
  • für verschiedene bereits verschlossene Gräben in Höhe der Blaukirchener Straße,
  • für den Dreeskeweg sowie
  • für einen Abschnitt zwischen dem Dreeskeweg und dem Marscher Tief.

Die festgestellten Fehlhöhen werden durch Bodenandeckung ausgeglichen. Überwiegend ist dazu nur ein Bodenauftrag bis maximal 25 cm erforderlich, in geringerem Unfang sind jedoch auch Fehlhöhen bis zu maximal 75 cm auszugleichen. Der Leitdamm im Norden wird durch den Ausbau als Zufahrt zur Stauanlage Nr. 1 verstärkt. Außerdem werden auch alle durch Bisambefall entstandenen Sackstellen ausgebessert.

Auf diese Weise wird sichergestellt, dass die natürlichen Hochwasserstände im Großen Meer zurückgehalten werden können, ohne dass angrenzende Flächen außerhalb der Verwallung in ihrer Entwässerung beeinträchtigt werden.

nach oben         zurück