Abtrennung des Marscher Tiefs
Das Marscher Tief, dass im südlichen Abschnitt auch Hannewarktief genannt wird, verläuft westlich des Großen Meeres. Gegenwärtig hat es sowohl Verbindung zur Süderriede als auch zum mittleren Bereich des Großen Meeres. Geplant ist, das Marscher Tief in diesem mittleren Bereich vollständig vom Großen Meer abzutrennen.
Die ursprüngliche Planung dazu sah vor, dass Marscher Tief beiderseits der Süderriede nach Westen zu verlegen und die Verbindungen zum Großen Meer zu verschließen. Ziel dieser Planung war es,
Im Verlauf des wasserrechtlichen Bewilligungsverfahrens für die Nutzung der geplanten Stauanlagen wurde jedoch deutlich, dass sich im Bereich der Röhrichte nördlich der Süderriede eine ganz besondere Entwicklung abzeichnet:
Die Röhrichte werden von der Süderriede, dem Marscher Tief und einem Entwässerungsgraben umschlossen. Durch den Aushub aus dem Bau und der Unterhaltung dieser Gewässer ist rund um das Röhricht eine Art "Ringverwallung" entstanden, die den Zustrom von nährstoffreichem Oberflächenwasser von umliegenden Flächen verhindert. Der abgekoppelte Bereich wird nur noch durch nährstoffärmeres Regenwasser gespeist, daher beginnt sich hier ein Hochmoor zu entwickeln. Erste Pflanzenarten (wie die Moosbeere), die darauf hindeuten, das tatsächlich ein Übergang vom Niedermoor zur Hochmoorentwicklung begonnen hat, wurden 2008 nachgewiesen.
Um diese Entwicklung nicht zu gefährden, wurde die Planung 2009 noch einmal modifiziert. Die aktuelle Planung sieht vor, auf eine Verlegung des Marscher Tiefs im Bereich nördlich der Süderriede zu verzichten. Um dennoch eine vollständige Abtrennung des Marscher Tiefs vom Großen Meer zu erreichen, gibt es zurzeit noch zwei mögliche Varianten:
Bei Variante I ist der Eingriff in die bestehenden Strukturen geringer, insbesondere wird wesentlich weniger Boden bewegt. Variante II hätte aber den Vorteil, dass die Röhrichte westlich des Marscher Tiefs zumindest südlich der Süderriede in die Vernässung einbezogen werden könnten und der Bootsverkehr vollständig aus dem Naturschutzgebiet herausgenommen werden könnte.
Allerdings wird auch bei Variante I verhindert, das Bootsfahrer - entgegen den bestehenden Bestimmungen - vom Marscher Tief auf den Südteil des Großen Meeres fahren. Ob die Röhrichte bei Variante I durch eine künstliche Wasserzufuhr (mit einer so genannten Fluttermühle) vernässt, revitalisiert und zur Gewässerreinigung herangezogen werden können, soll in der weiteren Projektplanung geklärt werden.